Radiästhesie
Radiästhesie (lat. radius, »Strahl«, griech. aisthanomai, »empfinden«) bedeutet Strahlenfühligkeit oder Strahlenempfindlichkeit und bezeichnet eine wissenschaftlich umstrittene Theorie, wonach es auf konventionelle Art nicht messbare Strahlungen gibt, die unter anderem das menschliche Wohlbefinden beeinflussen.
Wünschelrutengehen, neben dem Pendeln ein Teilgebiet der Radiästhesie, wird schon seit dem späten Mittelalter praktiziert.
Einsatzgebiete
Die Radiästhesie untersucht: elektromagnetische Felder Gitternetze unbekannter Art der Erde (z.B. Hartmann-Netz, Curry-Netz, Benker-Netz)
radiästhetisch relevante Lagerstätten geologische Verwerfungszonen mit erhöhter ionisierender Strahlung
Wasseradern
Wissenschaftliche Beurteilung
In den Naturwissenschaften besteht heute ein weithin vorherrschender Konsens, dass die angenommenen physikalischen Wirkungszusammenhänge nicht nachweisbar, sondern dem Bereich Para- oder Pseudowissenschaften zuzuordnen seien. Das Ausschlagen der Wünschelrute oder vergleichbarer Pendelinstrumente wird stattdessen zuweilen neuropsychologisch als Ergebnis eines ideomotorischen Prozesses erklärt (Carpenter-Effekt), bei dem die Vorstellung von einer bestimmten Bewegung unbewusste Bewegungsimpulse in denjenigen Muskeln auslöst, die zur Ausführung der Bewegung erforderlich sind.
Naturwissenschaftliche Studien
1982 untersuchte das geophysikalische Institut der schwedischen Lund-Universität unterschiedliche Methoden zur Wasserfindung im Karst auf Gotland. Der Test schloss drei geophysikalische Verfahren (Slingram, VLF und Bodenradar) und eine biophysikalische (Wünschelrutengehen) mit ein. Ungefähr ein Drittel der Rutengeher hatte zuverlässige und statistisch bedeutende Reaktionen.
Bei einer der aufwendigsten jüngeren Untersuchungen, den 1987/88 in München durchgeführten Scheunen-Experimenten, konnten zwar mit ausgewählten Testpersonen bei einigen der durchgeführten Experimente Ergebnisse erzielt werden, die nach Auffassung der Autoren der Studie als statistisch signifikant zu bewerten sind und für die Existenz eines Phänomens sprechen, das mit herkömmlichen Mitteln nicht zu erklären sei. Die statistische Bewertung ist jedoch zwischen den Autoren und ihrem Kritiker J. T. Enright umstritten geblieben, der die Testergebnisse seinerseits im Bereich des statistisch Erwartbaren sieht und sie als klare Widerlegung der von den Rutengängern beanspruchten Fähigkeiten interpretiert.