Äon (Astrologie)
In der Astrologie bezeichnet ein Äon den Zeitabschnitt, in dem die Frühlings-Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) im gleichen Sternzeichen befindet.
Astronomisch
durch die Präzession der Erde bleibt der Fixsternhimmel für den Betrachter nicht stehen, sondern bewegt sich rückläufig zum gewohnten Jahreskreis. Diese rückläufige Bewegung braucht 72 Jahre bis sich die Position des Fixsternhimmels um 1° verschoben hat, für einen ganzen Umlauf braucht es 25.750 Jahre.
In der Astrologie wird die Ekliptik der Sonne in 12 Abschnitte à 30 Grad eingeteilt, wobei jeder Abschnitt ein Tierkreiszeichen darstellt, so dass sich der Frühlingspunkt immer 2146 Jahre in einem Tierkreiszeichen befindet. Diese 2146 Jahre nennt man Äon.
Zur Zeit befinden wir uns im jungen Äon des Tierkreiszeichens Wassermann.
Astrologisch
Die Astrologie misst den verschiedenen Tierkreiszeichen verschiedene Bedeutungen zu und sucht diese Charakteristika dann auf der Erde oder im Leben der Menschen. So findet man im Äon des Widders (ca. 2000 vor Christus bis Christus) auffallend viele Widderkulte, Schaf und Lammopfer, wie auch Herrscher- und Vatergottheiten (Zeus, Odin oder JHWH der Gott Israels), wie man auch eine sehr lebensbetonte und kriegerische Kultur findet (Ilias, Rom), was dem Feueraspekt des Widders entspricht. Das Äon der Fische ging von Christi Geburt bis Ende des 20 Jahrhunderts und war zum einen geprägt von viel Mystik, zum anderen von der Trennung Materie - Geist, was sich beides mit den
Fischen assoziieren lässt. Auch hat das junge Christentum schnell für sich das Symbol des Fisches übernommen.
Über das nun heranbrechende Wassermannäon wird viel spekuliert, und oft gehen die Ansichten von Himmlisches Reich bis hin zu Ewiger Hölle, man erwartet ein goldenes Zeitalter oder den Untergang der Menschheit. Je nach Kreisen gilt das Ende des Zweiten Weltkrieges als Äonbeginn oder die Niederschrift von Aleister Crowleys Liber AL vel Legis (1904) oder aber man verlegt den Beginn bis ins Jahr 2400.
Auch herrscht in der Astrologieszene derzeit ein Disput darüber, ob man den Beginn des 30°-Abschnittes als Beginn des Äons rechnen soll, oder aber ob man sich an die reale Position der Sterne halten sollte.